=====Geschichte der Gemeinde===== **Von [[personen:Markus Bautsch]]** ====Anfangsjahre==== Der auch als //"Bettelkuratus"// bekannte [[personen:Maximilian Beyer]], der katholische Pfarrer der Gemeinde [[http://www.heilige-familie-berlin.de/index1.html|Heilige Familie]] in Groß-Lichterfelde, war Anfang des 20. Jahrhunderts in ganz Deutschland unterwegs, um für sein damaliges Anliegen Geld zu sammeln. 1911 hatte er endlich genügend Geld zusammen, um für die Lankwitzer Kuratie, die am 1. April 1911 eine eigene Gemeinschaft innerhalb seiner Gemeinde gebildet hatte, die Pfarrkirche [[start:|Mater Dolorosa]] zu bauen. Die Finanzierung konnte auch durch die Aktivitäten des in Lankwitz ansässigen //Katholischen Kirchbau-Sammelvereins// gesichert werden. Nur wenige Tage später, am 9. April 1911, wurde [[personen:Franz Nafe]] zum Kuratus der Kuratie ernannt, und am 20. August 1911 konnte endlich der Grundstein der Kirche feierlich und unter großer Anteilnahme der Berliner Bevölkerung gelegt werden (siehe auch [[Urkunde der Grundsteinlegung]]). {{kolorierte.postkarte.jpg |Kolorierte Postkarte von 1912}} Nach der Weihe der ersten [[kirchenfuehrer:Glocken]] der Kirche am 1. September 1912 erfolgte am 22. September 1912 durch den zuständigen Breslauer Weihbischof [[http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Augustin|Karl Augustin]] die [[http://de.wikipedia.org/wiki/Konsekration|Konsekration]] der im wesentlichen vom Architekten [[http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_K%C3%BChn|Carl Kühn]], der mit seinem Lehrer [[http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Hehl|Christoph Hehl]] eine Architektengemeinschaft eingegangen war, in der Form einer Kreuzbasilika entworfenen Kirche. Am 1. Oktober 1914 kam mit [[personen:Ferdinand von Prondczynski]] der erste Kaplan in die Gemeinde. Nachdem Lankwitz am 1. Oktober 1920 zu Groß-Berlin eingemeindet worden war, wurde die Kuratie Mater Dolorosa am 21. Mai 1921 unter dem nach wie vor amtierenden Kuratus [[personen:Franz Nafe]] eine eigenständige Pfarrei. Ein gutes Jahr später, am 3. September 1922, wurden die drei neuen [[kirchenfuehrer:Glocken]] des Kirchturms geweiht, da zwei der ersten Glocken während des ersten Weltkriegs eingeschmolzen worden waren. 1923 bekam Berlin schließlich einen eigenen Weihbischof, [[http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Deitmer|Josef Deitmer]], der schon elf Jahre zuvor bei der Kirchweihe von Mater Dolorosa anwesend war. Der erkrankte Pfarrer [[personen:Franz Nafe]] wurde am 1. Oktober 1939 durch seinen Nachfolger Dr. [[personen:Johannes Pinsk]], der zuvor als Nachfolger von [[http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Sonnenschein|Carl Sonnenschein]] in der Berliner Akademikerseelsorge aktiv war, abgelöst. Die Gemeinde hatte sich bereits unter Pfarrer Nafe mit Gregorianischem Choral vertraut gemacht. Kaplan [[personen:norbert_schulz]] und Pfarrer Dr. Pinsk sorgten dafür, dass in der Gemeinde eine [[musik:choralschola]] eingeführt wurde, die regelmäßig Gottesdienste gestaltete. ====Zerstörung der Kirche==== {{ mater.dolorosa.1943.jpg|Kirche nach der Zerstörung im August 1943}} Nachdem bereits am 2. März 1943 eine Brandbombe in das Pfarrhaus einschlug, ohne zu zünden, und am 23. März eine weitere Phosphorbombe die Kirche traf und ein Feuer ausbrach, das schnell gelöscht werden konnte, wurde das Kirchengebäude in der Nacht auf den 24. August 1943 durch einen Bombenangriff schwer beschädigt und brannte vollständig aus. Die Sakristei und das Pfarrhaus konnten vor dem Übergreifen der Flammen geschützt werden. Die Reste der Bombe und ein verkohlter Dachbalken sind in der [[kirchenfuehrer:kreuzkapelle]] der Kirche zur Erinnerung und Mahnung zu sehen. ====Wiederaufbau der Kirche==== Der Wiederaufbau des Kirchenschiffes erfolgte nach dem Krieg. Am 2. April 1950 - es war der Palmsonntag - wurde der erste Gottesdienst in dem als Gottesdienstraum eingerichteten Querschiff des zerstörten Kirchengebäudes gefeiert. Das Hauptschiff blieb nach dem Vorbild der Klosterkirche der [[http://de.wikipedia.org/wiki/Abtei_Maria_Laach|Abtei Maria Laach]], bei der Pfarrer [[personen:Johannes Pinsk]] [[http://de.wikipedia.org/wiki/Benediktineroblate|Benediktineroblate]] war, als Vorhof des Gottesdienstraumes zunächst offen. Am 1. Oktober 1954 verließ Pfarrer [[personen:Johannes Pinsk]] die Gemeinde, um sich auf seine Tätigkeit als Hochschullehrer konzentrieren zu können. Die Leitung der Gemeinde Mater Dolorosa ging auf Pfarrer [[personen:Werner Heltemes]] über, der in den Folgejahren umfangreiche Baumaßnahmen tätigte. Bis 1955 wurden nach den Plänen der Architektin [[personen:Margot Weymann]] neben dem Querschiff auch der Turm ausgebaut. Das Dach des Hauptschiffes wurde in den Jahren 1968 bis 1970 erneuert. Am 1. Februar 1970 erfolgte endlich die Konsekration des neuen [[kirchenfuehrer:Altar|Altars]] durch [[http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Bengsch|Alfred Kardinal Bengsch]]. {{ :geschichte:altar.chorraum.jpg?300|Altar und Chorraum der Pfarrkirche}} Auch die ursprünglich polierten Säulen des Kirchenschiffes wurden bei der Feuersbrunst beschädigt und bewusst in diesem Zustand belassen. Die Säulenoberflächen wurden allerdings matt geschliffen, und nur die beiden vorderen Säulen des Chorraumes, die zwischenzeitlich hinter Trennwänden verborgen waren, erinnern an den ursprünglichen Zustand der Säulenoberflächen. Die [[kirchenführer:glocken]] der Kirche waren nach dem Zweiten Weltkrieg wegen der Brandschäden erneut entfernt worden. Am 1. Dezember 1963 wurden die neuen [[[[kirchenfuehrer:Glocken]] mit den Namen //Maria Magdalena//, //Mater Dolorosa// und //Johannes// geweiht, die wie zuvor in den Anfangstönen des gregorianischen [[http://de.wikipedia.org/wiki/Te_Deum|Te Deum]] gestimmt sind (e - g - a). Nach den Plänen des Architekten [[Raimund Szafranski]] wurde 1983 und 1984 die alte Form der Kreuzbasilika weitgehend wiederhergestellt. 1999 wurde das [[kirchenfuehrer:Turmkreuz|Kreuz]] auf den Turm gesetzt. ====Heute==== {{ grundriss.mater.dolorosa.png?320|Grundriss der Kirche im heutigen Zustand}} {{Mater.Dolorosa.2006.jpg?320 |Außenansicht der Kirche im heutigen Zustand}} Die Gemeinde gehört zum Dekanat Steglitz-Zehlendorf im Erzbistum Berlin. Nach einer wechselhaften Geschichte hat die Gemeinde heute etwa 4500 Mitglieder und wird seit Mitte der siebziger Jahre von Pfarrer [[personen:michael_schlede]] versorgt, wobei dieser zunächst kurze Zeit als Kaplan in der Pfarrgemeinde tätig war. Fast ebenso lange wird die Gemeinde vom [[Verein der Freunde:Verein der Freunde und Förderer]] unterstützt. Wegen der im Rahmen der Umstellung der Gemeindefinanzierung bis 2009 erfolgten starken Reduzierung der Beiträge des Erzbistums hat der [[gruppen:kirchenvorstand|Kirchenvorstand]] 2006 die rechtsfähige, selbständige [[:Stiftung:stiftung_md|Stiftung Mater Dolorosa Berlin-Lankwitz]] errichtet, um die entstandene Finanzierungslücke zu füllen. Das Gemeindeleben wird durch die vielen aktiven [[Gruppen:index]] bereichert. Das Gebiet der Pfarrgemeinde umfasst heute Teile von Lichterfelde-Süd, Lichterfelde-Ost und Lankwitz in den Postleitzahlbereichen 12209 und 12249: {{:stiftung:gemeindegebiete.2010.png?360 |Gemeindegebiet in den Grenzen von 2010 (violett)}} ====Kirchweih==== {{:geschichte:mater.dolorosa.von.osten.jpg?200 |Ansicht von Osten}} Das Kirchweihfest wird am ersten Sonntag im November zusammen mit der Bischofskirche, der der Heiligen [[http://de.wikipedia.org/wiki/Hedwig_von_Andechs|Hedwig von Andechs]] geweihten [[http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Sankt-Hedwigs-Kathedrale|Sankt-Hedwigs-Kathedrale]], gefeiert. {{mp3play>kirchenfuehrer:glocken.mater.dolorosa.mp3}} ====Das Aussehen im Laufe der Zeit==== ===Der Turm=== ===Das Kirchenschiff=== =====Mutterkirchengemeinde===== {{ :entwurfsskizze.rosenkranz.basilika.hehl.jpg?300|Entwurfsskizze der Rosenkranz-Basilika von ihrem Architekten Christoph Hehl}} Der erste Pfarrer und Bauherr unserer Pfarrkirche Mater Dolorosa der Gemeinde war [[personen:Maximilian Beyer]] von unserer Muttergemeinde Heilige Familie in Lichterfelde, der als Kuratus schon in unserer Großmuttergemeinde in Steglitz mit der Rosenkranz-Basilika gewirkt hatte. {{ :geschichte:heilige.familie.2011.jpg?300|Kirche Heilige Familie ebenfalls vom Architekten Christoph Hehl entworfen}} =====Andere Gottesdienststätten===== Vor der Errichtung der Pfarrkirche diente die Kapelle des Vereins //Wöchnerinnenzuflucht zur heiligen Monika//, der am 1. Oktober 1904 von Friedenau nach Lankwitz umgezogen war, in der Villa Schweitzer in der Frobenstraße 1 als Gottesdienstraum. Der Verein wurde am 7. März 1908 als milde Stiftung anerkannt und baute 1913 auf dem Nachbargrundstück der Gemeinde in der Kiesstraße sein neues Domizil, das Monikastift, das ebenfalls über eine Kapelle verfügte. Da das Brandenburgische [[http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fbeeren|Großbeeren]] zum Gemeindegebiet gehörte, wurden von 1925 bis 1933 Gottesdienste in der unteren Halle des Turmdenkmals für den Sieg bei Großbeeren am 23. August 1813 abgehalten. Danach diente bis 1935 ein gemieteter Raum für Gottesdienstzwecke. Erst 1942 konnten wieder Messen in der evangelischen Friedhofskapelle abgehalten werden, die jedoch 1944 durch Bomben stark beschädigt wurde. 1952 konnte schließlich die Kapelle St. Joseph durch Bischof [[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Weskamm|Wilhelm Weskamm]] als Gottesdienststelle eingeweiht werden. Inzwischen wurde diese Kapelle jedoch wieder entwidmet, verkauft und abgerissen. Heute wird das Gemeindegebiet von der Gemeinde Sanctissima Eucharistia in Teltow verwaltet. {{ stammbaum.png?360|Stammbaum der Pfarrgemeinde Mater Dolorosa}} Die Gemeinde Mater Dolorosa hat im Laufe der Zeit drei Tochtergemeinden gegründet: {{ :geschichte:st.benedikt.jpg?150|Sankt Benedikt, Kaulbachstraße}} * [[http://www.sankt-benedikt-berlin.de|Sankt Benedikt]], Kaulbachstraße, Lankwitz (Kirchweihe 11. Juli 1968 durch [[http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Bengsch|Alfred Kardinal Bengsch]]) {{ :geschichte:auferstehung.christi.jpg?150|Von der Auferstehung Christi, Kamenzer Damm}} * [[http://www.sankt-benedikt-berlin.de/gemeinde/auferstehung|Von der Auferstehung Christi]], Kamenzer Damm, Lankwitz (Kirchweihe 28. Juni 1970 durch Alfred Kardinal Bengsch, gehört inzwischen zusammen mit der Gemeinde Johannes Evangelist zur Gemeinde Sankt Benedikt) {{ :geschichte:Lichterfelde.Sued.jpg?150|Maria Mutter vom Guten Rat, Celsiusstraße}} * [[geschichte:Bau der Kapelle Maria Mutter vom Guten Rat|Maria Mutter vom Guten Rat]], Celsiusstraße, Lichterfelde-Süd (Kirchweihe durch [[http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Meisner|Joachim Kardinal Meisner]] am 5. Juli 1980, wurde entwidmet und gehört seit Sommer 2005 der evangelischen Gemeinschaft [[http://www.eben-ezer-berlin.de|Eben-Ezer]]) =====Geistliche in der Gemeinde===== ====Pfarrer==== Die Gemeinde hatte bislang erst vier [[personen:pfarrer]]: * 1912 bis 1939: [[personen:Franz Nafe]] (*31. Juli 1879, †7. Dezember 1942, Priesterweihe am 20. Juni 1903) * 1939 bis 1954: Dr. [[personen:Johannes Pinsk]] (*4. Februar 1891, †21. Mai 1957, Priesterweihe am 13. Juni 1915) * 1954 bis 1976: [[personen:Werner Heltemes]] (*31. August 1909, †25. Juli 1976, Priesterweihe am 29. Juni 1935) * Seit 27. August 1976: [[personen:Michael Schlede]] (*5. Mai 1938, Priesterweihe am 10. Oktober 1965) ====Kapläne==== Darüberhinaus gab es im Laufe der Zeit noch eine Vielzahl von [[personen:Kapläne|Kaplänen]]. ====Weitere Geistliche==== Auch [[personen:Weitere Geistliche|andere Geistliche]] haben sich immer wieder für unsere Gemeinde interessiert und engagiert. =====Siehe auch===== * [[kirchenfuehrer:index]] * [[Chronik in Stichpunkten]] * [[jahrestagskalender:Jahrestagskalender]] * [[:personen:personen|Liste der Persönlichkeiten der Gemeinde]] * Älterer Artikel //[[zur_geschichte_von_mater_dolorosa|Zur Geschichte von Mater Dolorosa]]// * [[musik:Choralschola-Geschichte|Geschichte der Choralschola]] =====Weblinks===== * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Mater Dolorosa Berlin-Lankwitz|Wikipediaartikel über Mater Dolorosa Berlin-Lankwitz]]