Michael Schlede

Michael Schlede (* 5. Mai 1938 in Berlin-Lankwitz) war der vierte Pfarrer unserer Pfarrgemeinde Mater Dolorosa.


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Die Freude an Gott ist die alles entscheidende Kraft meines Lebens.


Pfarrer Schlede wurde 1938 im Monikastift geboren und von unserem damaligen Kaplan Karl Heinz Möbius getauft worden.

Er wuchs als drittes Kind mit zwei Schwestern und drei Brüdern in Blankenfelde südlich von Berlin auf, wo ihn der Pfarrer von Sankt Nikolaus tief prägte. Sein Abitur legte er am Jesuitengymnasium Canisius-Kolleg in Berlin Tiergarten ab.

Als Germaniker am Priesterseminar Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom absolvierte er sein Studium der Philosophie und Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana, wo er gleich nach seiner Ankunft den Tod von Papst Pius XII. und die Wahl von Papst Johannes XXIII. miterlebte.

Seine Priesterweihe fand zusammen mit Erwin Josef Ender, der später als Nuntius in Berlin wirkte, am 10. Oktober 1965 in Sant'Ignazio in Rom statt. Seine Primiz feierte er am 11. Oktober in der Kirche St. Clemente.

Zum 1. September 1966 wurde der Neupriester Schlede zum Kaplan in der Gemeinde St. Petrus in Berlin-Wedding ernannt. Im November 1968 wechselte er als Kaplan in unsere Muttergemeinde Heilige Familie in Berlin-Lichterfelde. Einen Monat später wurde er zum Dekanatsjugendseelsorger ernannt. Seit dieser Zeit war Pfarrer Schlede Geistlicher Beirat der katholischen Aquinata-Schwesternschaft.

Am 1. Mai 1975 kam er als Nachfolger von Kaplan Lutz Gottschalk in unsere Pfarrei. Am 12. Dezember 1975 erhielt er den Titel „Pfarrer“. Nach dem Tod von Pfarrer Werner Heltemes am 25. Juli 1976 wurde Pfarrer Michael Schlede mit Wirkung vom 26. Juli 1976 Pfarradministrator unserer Gemeinde. An seinem Weihetag, den 10. Oktober 1976, erfolgte durch Dekan Monsignore Hans-Gerhard Müller aus der Gemeinde Heilige Familie die Einführung als Gemeindepfarrer, die ihm am 3. September des Jahres verliehen worden war.

Schon im Jahr 1977 konnte der große Wunsch von Pfarrer Werner Heltemes eine neue Orgel anzuschaffen, mit Hilfe der in den vorangehenden Jahren gesammelten Spendengelder verwirklicht werden. Am am 23. Oktober 1977 wurde die Freiburger Späth-Orgel schließlich von Dompropst Wolfgang Haendly (* 1911; † 1996) geweiht.

Nachdem die Gemeinde unter Pfarrer Werner Heltemes 1970 bereits ein Grundstück im Pfarrgebiet in Lichterfelde-Süd in der Celsiusstraße für den Bau einer Seelsorgestation erworben hatte, konnte dieser Plan unter Pfarrer Michael Schlede umgesetzt werden. Aufgrund seiner langjährigen guten Beziehungen zur Aquinata-Schwesternschaft konnte auf diesem Grundstück in den Jahren 1978 bis 1980 unter der Bauherrschaft der Schwestern die Altentagesstätte und Kapelle Maria Mutter vom Guten Rat gebaut werden. Anfang Juli 1980 wurde sie durch Joachim Kardinal Meisner eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Der erste Seelsorger dieser Seelsorgestation wurde nach Pfarrer Schlede der Jesuitenpater Gerhard Poppe.

Schon in der Gemeinde Heilige Familie in Lichterfelde engagierte sich Kaplan Michael Schlede für die katholischen Christen in Peru, indem er einen Kontakt zu dem ihm aus seinen Studienjahren bekannten, im Andenhochland wirkenden Dänen, Pater Peter Hansen, herstellte. Unsere Gemeinde entschloss sich, 1979 eine Partnerschaft mit der Diözese Chachapoyas in Peru einzugehen und fördert seit dem über Adveniat verschiedene Projekte, wie zum Beispiel Baumaßnahmen oder die Ausbildung von Priestern und Katecheten. Pfarrer Schlede war mehrfach in den Anden, um sich vor Ort selber ein Bild davon zu machen.

Im Juni 1981 wird zunächst für sechs Jahre zum Dekan des Dekanates Steglitz ernannt. Von 1990 bis 2002 war er stellvertretender Dekan.

Ein weiteres größeres Bauprojekt in unserer Gemeinde nahm Pfarrer Schlede in den Jahren 1983 und 1984 in Angriff: Die ursprüngliche Innenraumaufteilung der ersten Kirche von 1912 wurde durch den Architekten Raimund Szafranski so weit wie möglich wiederhergestellt. Dabei wurde der erst als Abstellraum und dann als Kapellenraum genutzte, abgetrennte Chorraum wieder in das Kirchenschiff integriert. Darüberhinaus erfolgten eine Umgestaltung der Decke und weitere Veränderungen des Kircheninnenraumes.

Um unsere Pfarrkirche im Stadtbild noch deutlicher als christliche Kirche erkennbar zu machen, wurde der Turm der Kirche von Pfarrer Schlede 1999 um ein Turmkreuz erhöht. Das Turmkreuz wurde mit senkrecht stehenden vier Armen so gestaltet, dass es von allen Himmelsrichtungen als Kreuz zu erkennen ist.

Am 15. Februar 2002 wird ihm die Administration der Kuratie Maria Mutter von Guten Rat übertragen, die er bis zur Auflösung der Kuratie wahrgenommen hat.


Pfarrer bei der Firmung im Dezember 2004

Pfarrer Schlede hat viele Reisen mit unserer Gemeinde an die frühen Stätten des Christentums nach Israel, Griechenland, in die Türkei und nach Rom unternommen.

Im Oktober 2005 feierte Pfarrer Schlede mit der Gemeinde sein 40-jähriges Priesterjubiläum und im Mai 2008 seinen 70. Geburtstag.

Pfarrer Schlede im Mai 2007

Eigentlich bereits in einem Alter, in dem sich die meisten Menschen zur Ruhe setzen, bewältigte er mit viel Schwung und fröhlichem Temperament die zahlreichen Aufgaben in einer großen Pfarrgemeinde. Manchmal schon etwas gehetzt und ungeduldig zwischen den vielen festen Verpflichtungen und auch so wichtigen unvorhergesehenen Aufgaben und Gesprächen strahlte er dennoch immer die Freude an seinem Beruf und seinem Glauben aus.

Bis zu seinem 75. Geburtstag im Mai 2013 blieb er der Pfarrei als Pfarrer erhalten. Bis Ende Juli 2013 wirkte er noch drei Monate lang als Pfarradministrator weiter. Als seine Nachfolger wurden am 1. August 2013 Pfarrer Frank Felgner als Pfarrvikar und Pfarrer Harry Karcz als Pfarradminstrator eingesetzt.

Kardinal Meisner ist am Morgen des 5. Julis 2017 von Pfarrer Michael Schlede in seinem Urlaubsort Bad Füssing (Landkreis Passau) mit dem Brevier in den Händen tot aufgefunden worden. Kardinal Meisner hatte die geplante gemeinsame Messfeier bereits vorbereitet und ist danach im Sitzen friedlich eingeschlafen. Siehe auch Zum Tod von Kardinal Meisner.

Ehrungen für Pfarrer Michael Schlede

Chachapoyas

Am 8. Oktober 2011 wurden unser Pfarrer Michael Schlede und Michael Rebholz aus der Gemeinde Sankt Martin in Dunningen im Schwarzwald vom Bürgermeister der Stadt Chachapoyas, Prof. Diógenes Zavaleta Tenorio, für ihre wertvolle Unterstützung der Provinz Chachapoyas geehrt und ausgezeichnet. Die beiden deutschen katholischen Gemeinden unterstützen das peruanische Bistum Chachapoyas seit über drei Jahrzehnten zum Beispiel beim Wiederaufbau der 1971 bei einem Erdbeben zerstörten Kathedralbasilika1), bei der Finanzierung eines Altenasyls, bei der Ausbildung im Priesterseminar und bei vielen anderen Projekten.

Ehrenprälat

Am 31. März 2012 erfolgte über Rainer Maria Kardinal Woelki die Ernennung von Pfarrer Schlede zum Ehrenprälaten Seiner Heiligkeit.

Siehe auch

1) Erdbeben zerstört die Kathedrale, La voz de Amazonas, 1. August 1971
personen/michael_schlede.txt · Zuletzt geändert: 2017/09/15 13:22 von mbautsch
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