Karl Schnura

Karl Schnura (* 18. Mai 1872 in Graetz in Schlesien; † 26. Juli 1937 in Berlin) war der erste Kirchenchorleiter unserer Lankwitzer Gemeinde Mater Dolorosa.

Leben

Karl Schnura

Schon lange vor dem Bau unserer Kirche Mater Dolorosa war der Kaufmann Karl Schnura mit seiner Familie nach Lankwitz gezogen und hat zusammen mit seiner Familie maßgeblich zum Aufbau der Lankwitzer Gemeinde bei­getragen.

Im Jahr 1909 bezog er zusammen mit seiner Ehe­frau Paula Schnura und deren Eltern das heute noch existierende Haus in der Frobenstraße 23.

Als zur Finanzierung des Kirchbaus ein Kirch­bau­sammel­verein in Lankwitz gegründet wurde, gehör­te er neben Pfar­rer Maximilian Beyer zu den Mitbe­grün­dern und wurde schließlich zum Vorsitzenden desselbigen ernannt.

Da er musisch sehr begabt war und auch viel Freude am Musizieren und Komponieren hatte, über­nahm er als Chorleiter die eigene Gesangsabteilung des Kirchbausammelvereins und organisierte unermüdlich Konzerte, Weihnachtsspiele und musikalisch untermalte kostümierte Theaterauf­füh­rungen, deren Eintrittsgelder dem geplanten Kirchenbau zugute kamen. Für viele dieser musikali­schen Darbietungen hat er selbst die Musik komponiert.

Wohnhaus der Familie Schnura in der Frobenstraße 23

Da es in der Anfangszeit sowohl an einem Gotteshaus als auch an einem anständigen Probenraum mangelte, räum­te die Familie Schnura zur wöchentlichen Chorprobe kur­zerhand zwei Zimmer im Erdgeschoss ihres Hauses in der Frobenstraße 23 aus, um so für die Chorsänger genügend Platz zu schaffen.

Selbstverständlich sang die Gesangsabteilung auch bei der Grundsteinlegung zu unserer Kirche am 20. August 1911 und bei der feierlichen Konsekration am 22. September 1912.

Aus dieser ersten sehr aktiven musikalischen Gruppe ist der spätere Kirchenchor hervorgegangen, den Karl Schnura leitete bis er mit Beginn des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 zum Heeresdienst einge­zo­gen wurde.

Ehrendirigentenstab für Karl Schnura

Zum Abschied schenkte ihm der dankba­re Lank­witzer Chor einen Ehrendirigentenstab mit der Wid­mung „S.l. (Seinem lieben) Dirigenten K. Schnu­ra - Der Kirchenchor, Bln. Lankwitz 4.II.14. Noch heute befindet sich dieser Stab im Besitz der Familie.

Aufgrund eines schweren im Krieg erworbenen Hörleidens konnte er nach seiner Rückkehr im Jahr 1917 die Aufgaben eines Kirchenchorleiters nicht mehr wahrnehmen.

Am 26. Juli 1937 starb er und wurde auf dem Sankt-Matthias-Friedhof in Berlin-Tempelhof beigesetzt.

Weitere Lebensdaten und interessante Details zur Familie

Karl Johann Maria Schnura wurde am 18. Mai 1872 in Graetz in Schlesien geboren und wuchs dort zusammen mit zwei Brüdern und einer Schwester auf.

Die Eltern der Geschwister Schnura sahen für all ihre Kinder eine kirchliche Laufbahn vor. Seine Brüder Max und Paul wurden beide Priester und hatten ebenfalls Anteil am Aufbau von Berliner Gemeinden: Der später zum Erzpriester ernannte Paul Schnura war lange Pfarrer der Gemeinde St. Joseph in Berlin-Wedding und Max Schnura Pfarrer der St. Thomasgemeinde in Berlin-Charlotten­burg. Auch die Schwester richtete sich nach den Wünschen ihrer Eltern und trat als Schwester Flaviana in die Kongregation der Schwestern von der Heiligen Elisabeth ein und widmete sich der Krankenpflege. Als das Mutterhaus der Schwesterngemeinschaft in Breslau nach dem Krieg aufgelöst wurde, kam auch sie nach Berlin.

Nur unser Kirchenchorleiter Karl Schnura wollte nicht die priesterliche Laufbahn einschlagen und lernte nach einer kurzen, unglücklichen Zeit im Priesterseminar den Beruf des Kaufmanns.

Eisenbahndirektor Paul Bason

Im Hinblick auf das Engagement der Familie Schnura für unsere Gemeinde muss auch der Schwiegervater Karl Schnuras, der Eisenbahndirektor Paul Bason Erwähnung finden, da er ebenfalls tatkräftig am Aufbau der jungen Gemeinde mitwirkte, indem es sich stark in der Vinzenz-Männerkonferenz engagierte und die Aufgabe des ersten Rendanten in Mater Dolorosa übernahm. Nach Ablösung der Lankwitzer Gemeinde von ihrer Muttergemeinde Heilige Familie im Jahr 1921 gehörte Paul Bason dem ersten Kirchenvorstand an bis er im Jahr 1925 starb.

Aus der Ehe von Karl Schnuras Tochter Karola, verheiratete Deider, sind vier Kinder hervorgegangen, von denen heute noch die Tochter Frau Kordula Stockdreher in unserer Gemeinde lebt. Sie zählt zu den am längsten in der Pfarrei Mater Dolorosa wohnenden Gemeindemitgliedern und trägt durch ihre unzähligen schriftlichen und mündlichen Beiträge maßgeblich an der Erstellung einer Festschrift zum einhundertjährigen Jubiläum unserer Kirche im Jahr 2012 bei. Erwähnenswert sind auch ihre jahrelange Leitung der Choralschola in den vierziger Jahren und ihr gelegentliches Aushelfen an der Orgel.

Auch ihre drei jüngeren Brüder waren in unserer Pfarrei aktiv und betätigten sich als Ministranten. Einer von ihnen bewohnt heute das Haus am Ostpreußendamm 152, der früheren Berliner Straße, wo der damalige Kaplan Maximilian Beyer von 1899 bis 1901 in der Privatkapelle des Börsenmaklers Max Mihaltsek (dem Vater unseres späteren Kaplans Bernhard Mihaltsek) erste Messen für die Katholiken von Lankwitz, Groß-Lichterfelde und umliegenden Dörfern halten konnte.

Siehe auch

personen/karl_schnura.txt · Zuletzt geändert: 2016/12/12 22:12 (Externe Bearbeitung)
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