Kirchenfenster im Chorraum

Kirchenfenster in der Stirnwand

Himmlisches Jerusalem

Himmlisches Jerusalem

Himmlisches Jerusalem

Die drei oberen Fenster der Rückwand des Chorraumes zeigen das vom Künstler Helmut Nitzsche gestaltete Himmlische Jerusalem. Sie wurden im Jahr 1985 in die beim Bau von 1912 zwar angelegten, aber dann doch durch eine innen vorgemauerte Wand verdeckten Fensteröffnungen eingesetzt.

In der Offenbarung des Johannes wird dieses Neue Jerusalem als eine Stadt mit zwölf Toren beschrieben und ist das Sinnbild für die erwartete Endzeit, in der Gott unter seinem Volke wohnen wird. Bei Lichteinfall strahlen die drei Fenster mit starker Farbenfülle und Leuchtkraft.

Der die im Hauptschiff sitzenden Gottesdienstbesucher umschließende Kreuzweg und die Fenster mit dem Himmlischen Jerusalem dienen einer gesamtkonzeptionellen Spannung. So wird der Gemeinde, die von den Kreuzwegstationen umgeben ist, ihr eigenes Kreuz und Leid vor Augen geführt und schließlich das Himmlische Jerusalem als Ziel ihrer irdischen Mühen aufgezeigt, auf das sie während jeder Heiligen Messe den Blick richtet.

Himmlisches Jerusalem (Einzelbeschreibung)

Pelikan und Brotvermehrung

Pelikan mit Jungen

Die von der Künstlerin Eva Voss 1950 entworfenen beiden unteren Fenster zeigen Symbole der Eucharistie und erinnern an die frühere Nutzung des Chorraumes als Sakramentskapelle in den Jahren 1950 bis 1970, wo sich zwischen diesen beiden Fenstern der Tabernakel befand. Die heute den Christuskorpus flankierenden Fenster unterscheiden sich in ihrer Farbgebung und in ihrer figurativen Darstellungsart deutlich von den oberen Chorfenstern.

Fisch und Brot

Das linke Fenster zeigt einen Pelikan mit leuchtend rotem Körper, der seine Jungen mit seinem Blut nährt. Die Verwendung des Pelikans als Eucharistiesymbol geht auf den im 2. Jahrhundert nach Christus in Griechenland geschrieben Physiologus zurück, nach welchem die Pelikanjungen ihre Eltern schlagen und daraufhin von diesen im Zorn getötet werden. Ihre Tat bereuend, reißen sich die Eltern die Brust auf, und durch das heraustropfende Blut werden die Jungen nach drei Tagen wieder zum Leben erweckt. Der Pelikan wurde so zum Sinnbild für den Opfertod, die Auferstehung und die Liebe Christi, was durch seine rote Körperfarbe symbolisiert wird. Die Opfergeste springt durch die gelben Schnäbel sofort ins Auge.

Das rechte Fenster stellt die wunderbare Brotvermehrung dar. Es zeigt einen übergroßen Fisch und einen geflochtenen, mit Broten gefüllten Korb. Auch diese frühchristlichen Symbole stehen für das Geheimnis der Eucharistie.

Bombennacht

Fenster auf der Pietàseite über der Sakristeitür

Chorraum nach der Bombennacht

Auf der Seite der Sakristei wird die 1943 durch eine Bombe in Brand geratene und erheblich zerstörte Kirche dargestellt.

Zentral in der Fenstermitte ist die alte Marmor-Pietà der ersten Kirche zu sehen, die früher über dem Hochaltar in der Chorrückwand ihren Platz hatte. Das Fenster wirkt, als sei alles in Auflösung.

Für die Pietà wählte Helmut Nitzsche 1987 ein rußiges Gold als Grundfarbe. Die roten Segmente zeugen vom Feuer der Bombennacht, und am unteren Rand ist ein Trümmerfeld zu erkennen.

Brennender Dornbusch, König David und Fronleichnamsprozesion

Drei Fenster auf der Tabernakelseite

Brennender Dornbusch

Der 1987 von Helmut Nitzsche geschaffen Brennende Dornbusch, aus dem Gott zu Moses sprach und seinen Namen offenbarte, und den die orthodoxe Kirche als Hinweis auf das Geheimnis der Menschwerdung Gottes in Maria sieht, ist als Marienikone dargestellt. Der nicht verbrennende Dornbusch ist auch ein Bild für die Gottesmutter, deren Jungfräulichkeit durch die Mutterschaft nicht versehrt wird.

Die horizontale Linie in der Fenstermitte trennt das Himmlische vom Irdischen. Im oberen Teil wird im „Kopf“ Mariens das Geheimnis Gottes als Liebe (rot), Heiligkeit (goldgelb) und Undurchdringlichkeit (schwarz) gedeutet. Die drei großen, grauen Dornen über dem Antlitz Mariens weisen auf die Dreieinigkeit und das Geheimnis des Leidens in der Liebe Gottes hin. Im unteren Teil umschließt der Mantel der Mutter Gottes den brennenden Dornbusch, der die ganze irdische Not darstellt, aber in der der transzendente Gott in den drei Farben Rot, Goldgelb und Schwarz gegenwärtig ist.

König David mit Harfe

Auf dem von Eva Voss stammenden Fenster ist rechts im Chorraum König David mit der Stadt Jerusalem abgebildet. Er soll auch Sänger und Dichter gewesen sein und wird als Autor zahlreicher Psalmen genannt. Neben der Harfe soll er noch andere Instrumente beherrscht haben.

Die Künstlerin hat ihn als Harfe spielenden König dargestellt. Im Hintergrund steht der Psalm 26,8:

Domine, dilexi decorem domus tuae; et locum habitationis gloriae tuae

Herr, ich liebe den Glanz deines Hauses die Stätte, wo deine Herrlichkeit wohnt.

Fronleichnamsprozession

Im rechten oberen Chorraum befindet sich das 1987 ebenfalls von Helmut Nitzsche geschaffene Fenster, das die Fronleichnamsprozession vor der Pfarrkirche im Jahr 1937 zeigt.

Durch die Orientierung an einer alten Aquarellzeichnung fällt die Farbwahl eher reduziert aus und ist für den meist leuchtende Farben verwendenden Künstler eher ungewöhnlich. Auf dem matten Glas wirken die Kirche mit dem Turmhelm und die an der Prozession teilnehmenden Gläubigen wie skizziert. Farbige Schraffuren überziehen das Fenster und schaffen Formen.

Siehe auch

kirchenfuehrer/kirchenfenster_im_chorraum.txt · Zuletzt geändert: 2016/12/12 22:12 (Externe Bearbeitung)
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