Norbert Wenzel

Von Annelen Hölzner-Bautsch

Pfarrer Norbert Wenzel

Pfarrer Norbert Wenzel hat insgesamt 17 Jahre in unserer Pfarrei im Souterrain des Pfarrhauses gewohnt, bevor er nach einem schweren Schlaganfall 1994 in das Kardinal-Bengsch-Seniorenheim umziehen musste. Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes war er kaum an der aktiven Seelsorge in unserer Gemeinde beteiligt. Neben seinen literarischen Arbeiten lagen seine Aufgaben auch im Schreiben von Briefen, im Versenden von Tonträgern an behinderte Kranke und im Gebetsapostolat.

Weitere Lebensdaten

Geboren wurde Norbert Wenzel am 3. Februar 1913 in Polkwitz in Niederschlesien; seine Priesterweihe empfing er am 30. Juli 1939. Eine erste priesterliche Tätigkeit hatte er als Schlosskaplan der kinderreichen Familie von Graf Henckel von Donnersmarck auf dessen Gut Grambschütz in Schlesien inne, wo er seine Liebe zur seelsorglichen Arbeit mit Kindern entdeckte.

1942 wurde er zum Pfarrvikar von Briesnitz bei Wartha ernannt. Im November 1944 ging Kaplan Norbert Wenzel nach Schweidnitz in Schlesien und wurde mit der seelsorglichen Betreuung der Katholiken im nahen Bögendorf beauftragt. Hier widmete er sich bis zu seiner Evakuierung im Mai 1947 insbesondere der Jugendarbeit, komponierte das Lied „Wir sind die letzten der Heimat“ und betreute die verbliebene Restgemeinde in Schweidnitz.

Eine neue Heimat fand er in Thüringen, wo er ab August 1947 zunächst als Kaplan in Jena wirkte. Im Jahr 1948 wurde Norbert Wenzel als Vikar in die Kleinstadt Ohrdruf am Fuße des Thüringer Waldes versetzt, wo er mit der Pfarrseelsorge und einer besonderen Seelsorge für Kinder beauftragt wurde. Die Caritas Erfurt mietete eine Burg am Stadtrand von Ohrdruf und richtete sie als Kindererholungsheim wieder her. Aus einer anfänglichen physischen Stärkung und religiösen Begleitung der beherbergten Kinder entstand schließlich die spezielle Kinderseelsorge der „Religiösen Kinderwochen“, die bald in der ganzen DDR Bestandteil der Kinderseelsorge wurden.

1955 erhielt Norbert Wenzel einen Lehrauftrag für den Unterricht in seelsorglichen Fragen am Seminar für Seelsorgehilfe und Caritas in Erfurt. Der Titel Pfarrer wurde ihm im Jahr 1959 verliehen.

Für die Gemeinde in Ohrdruf erwirkte er noch die Errichtung eines Gemeindezentrums mit Kirche, bevor er nach zwölfjähriger Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen von seiner Tätigkeit als Pfarrer entbunden wurde und nach Berlin zog. Hier wirkte er zunächst als Hausgeistlicher bei der Kongregation der Armen Schwestern vom heiligsten Herzen Jesu, bevor er schließlich in unsere Pfarrei kam.

Im Jahr seines Goldenen Priesterjubiläums (1989), das er bei uns in der Gemeinde feierte, erfolgte auch seine Ernennung zum Geistlichen Rat ad honorem.

Pfarrer Wenzel starb am 11. April 1995 und wurde auf dem Domfriedhof St. Hedwig in Berlin-Reinickendorf beigesetzt.

personen/norbert_wenzel.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/05 15:44 (Externe Bearbeitung)
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